Das war CFMOTO-JAG-DEN-WOLF 2015

 DAS WAR CFMOTO-HUNT-THE-WOLF 2015


Regen und Sonne, Steine und Schlamm, höllische Ab- und himmlische Auffahrten

begeistern seit eh und je die Teilnehmer des coolsten ATV-Wettbewerbes weltweit:

CFMOTO-HUNT-THE-WOLF. Der einwöchige Event im rumänischen Siebenbürgen

hat zur heurigen neunten Austragung 83 Fahrer aus 16 Nationen in seine drei

Klassen gelockt, unter anderen den amerikanischen Profifahrer Rick Cecco. Beim

Anblick der ersten EXTREME-Passagen meinte er: “Ich hätte nie geglaubt, dass solch

steile Anstiege und Abfahrten mit dem ATV möglich seien”. Von 27

eingeschriebenen Fahrern in der Klasse EXTREME kamen dann auch nur 7 ins Ziel.

Aber der Reihe nach.

Weil das Rennen immer von Montag bis Samstag stattfindet, trudeln die meisten

Fahrer zum Wochenende im kleinen Bergnest Baisoara ein. Eine Akklimatisation in

der Umgebung auf 1200 Meter Meereshöhe gelegen sind vor allem für Erststarter

ein guter Rat. Der ATV-Park ist bewacht und in der angrenzenden Pension werden

montags rasch alle lästigen Registrierungsmodalitäten abgewickelt. Danach beginnt

und begann das eigentliche Rennen: die EXTREME Fahrer mussten gleich schon auf

eine GPS-gezeichnete Strecke im Wald direkt hinter der Pension. 5,4 km mussten in

weniger als 30 min gefahren werden, bei einer Vorgabe von 21 min durch die

Organisatoren. Der Tscheche Saska Pavel, Sieger 2013 und 3ter 2014, unterbot

diese Zeit dann gleich um 5 Minuten. Und zur Überraschung der Veranstalter

überschritt kein Fahrer die vorgegebene Zeit. Na dann, auf ins Rennen.

In Reihen zu Sieben starteten am Dienstag alle Piloten gleichzeitig. Spektakulär ging

es auf die 50 bis 85 km langen und wohl schönsten ATV Strecken Europas. Während

EXTREME und CROSSOVER Fahrer den GPS-Tracks mit einer Toleranz von 100 m

links und rechts folgen müssen, beginnt für ADVENTURE Fahrer mit dem

Massenstart die Suche nach den „Wölfen“ in den Weiten der Apuseni

Berglandschaft.

Der erste Tag war sanft ausgelegt, so richtig ernst wurde es in den vier Tagen

darauf: mehr „Wölfe“ zum Finden und Fotografieren in ADVENTURE, mehr Auf und

Ab und Diagonalfahrten für CROSSOVER Piloten und mehr von allem in EXTREME.

Benzin konnte stets bei einem Checkpoint auf halber Strecke nachgetankt werden,

ohne aber dass die Zeit jemals stehen blieb. Start und Finish, und dazwischen nur

Vollgas! Bald schon kugelten die ersten ATVs… in allen Klassen. Fahrfehler,

Überschätzung und technische Probleme reduzierten das Feld; die Organisatoren

hatten alle Hände voll zu tun, defekte Fahrzeuge, oder was davon übriggeblieben

war, aus den Wäldern zu holen. Die Mechaniker in der Basis arbeiteten Tag und

Nacht.

Mit zwei Jeeps wurden Fotografen und Filmteams zu den spektakulärsten Passagen

gekarrt, zu Killer Downhill, Highway to Hell, Rocky Canyon, Small Valley, Gerinis

downhill, Radu’s uphill und zu den vielen anderen Passagen, die ihren Namen

Teilnehmern verdanken, die sich in vorangegangenen Veranstaltungsjahren dort

überschlagen hatten. Über Facebook wurde live von der Strecke berichtet, so auch,

als es zum einzigen Ambulanzeinsatz kam: wegen einer fehlerhaften

Eigenkonstruktion am Trittbrett zog sich der Fahrer einen offenen Unterbeinbruch

zu. Wir wünschen rasche Heilung.

Regen verschärfte die Schwierigkeiten am zweiten Renntag. Viele Fahrer stießen an

ihre Grenzen, wechselten in eine niederere Klasse. Nicht so der begeisternde

Quadfahrer Petr. Mithilfe seines ATV-fahrenden Freundes David gelang es dem

Tschechen trotz verschlammter Strecken und Zweiradantrieb an allen Tagen das

Finish in CROSSOVER zu erreichen. Chapeau! Aber der Wetterbericht versprach

Sonne. Renndirektor Oliver ließ die Tracks wie geplant auf die GPS-Geräte

aufspielen: Dan’s uphill, Andreas uphill, Vlad’s uphill, Bogdan’s uphill, …. und einige

Passagen bekamen heuer ihren neuen Namen: Rick’s downhill, Kai’s uphill, …

Die beste Nase und Orientierung bewiesen in ADVENTURE drei Teams: einmal das

rennerfahrene Liebespärchen aus Österreich Ursula und Gerhard, dann Vater und

Sohn Pawel und Marek aus Polen und schließlich aus Deutschland Jan-Rudolf,

Andrej und Mike. Letztere gewannen im Endspurt am letzten Tag, und das mit

Exoten zwischen den Beinen: Dinli und Cectek… Bravo!

In CROSSOVER konnte sich bis zum endgültigen Finish alles ändern. Zwar gewann

der Ungar Robert die letzten vier von den fünf Tagen, aber Aleksander, Liviu, Emil

und sogar der stets so bedächtig wirkende Edu waren ihm stets nur Minuten auf den

Fersen. Weil sich Robert nach dem ersten Tag aber keinen Fehler erlaubte, und die

anderen ihn nicht überholten konnten, gewann er vor dem jungen Polen, dem

Rumäne, seinem ungarischen Freund und dem Deutschen Edu.

Eine eigene Klasse fuhren in EXTREME zwei Fahrer: Saska und Rick. Saska gewann,

was es zu gewinnen gab: von der Testrunde bis hin zu allen Tagen, auch dem letzten.

Dabei hätte er wegen des Streichtages, der das schlechteste Tagesergebnis

annulliert, am Samstag gar nicht starten müssen. Er ließ deshalb alle passieren und

fuhr nur als letzter hinterher. Aber nach 70 km gelangte er dennoch als erster ins

Ziel. Und dabei lief ihm kurz vor dem Finish noch ein Braunbär über den Weg… Was

für ein Glückspilz! Weniger gemütlich waren die anderen Extreme-ler unterwegs.

Die kämpften alle um Platz zwei und drei. Am aggressivsten drückte Rick auf das

Gas – aber immer nur bis zum nächsten Bach. Veranstalter Authentic-Spirit hatte

dem amerikanischen Profifahrer die eigene Rennmaschine zur Verfügung gestellt,

die aber leider ab dem zweiten Renntag Probleme mit dem Kühler machte. Nach

langen Steigungen musste Rick stets Wasser nachschütten, was Zeit und Nerven

kostete. Weil er zudem technische und wirklich steile Passagen nicht wie andere

Fahrer auf sondern neben dem ATV bewältigte, musste er auf den leichteren

Verbindungsstrecken fahren wie ein Besessener, um seinen zweiten Platz zu

sichern. Dieses Husarenstück gelang. Bravo! Den anderen Fahrern blieb nur Platz

drei am Podium, und den konnte sich mit Glück und Können der Rumäne Dan

sichern, nachdem Alessandro wegen technischer Probleme viel Zeit verlor und Vlad

sich nicht absetzen konnte. Ins Ziel kamen schließlich noch der einzige Nicht-Can

Am Fahrer Dominik mit seiner Katze und Michael – der seinen jungen Partner Kai

am Donnerstag mit Totalschaden am Baum stehen lassen musste. In EXTREME

erreichten damit 7 von 27 Fahrern das Ziel. Sind das 6 zu viel?

 

Klassifizierung in EXTREME:

I.          Saska Pavel, Can-Am Renegade 800xxc (CZ)

II.         Rick Cecco, Cecco-Racing, Can-Am Outlander 800xxc (US)

III.        Dan Condre, Lion Racing Team, Can-Am Renegade 800xxc (RO)

Klassifizierung in CROSSOVER:

I.          Robert Kiss, Heca, Can-Am Renegade 1000 (HU)

II.         Aleksander Mazurkievicz, Silezian Riders, Can-Am Renegade 800 (PL)

III.        Liviu Bereteu, Can-Am Renegade 1000 (RO)

Klassifizierung in ADVENTURE:

I.          Jan-Rudolf Patsch, Dinli Evo 525, (DE)

Andrej Meier, Cectek Kingcobra 500, (DE)

Mike Rehberg, Can-Am Outlander 1000 (DE)

II.         Ursula Unger, Can-Am Outlander 500 (DE)

Gerhard Kovarik, Can-Am Outlander 1000 (DE)

III.        Pawel Sliwa, Silezian Riders, Can-Am Outlander 1000 (PL)

Marek Sliwa, Silezian Riders, Can-Am Renegade 1000 (PL)